2025 im Rückspiegel: Arbeit, Reisen und Reflexion
Ein Jahr in Bewegung: Rückblick auf 2025
Es ist Ende Dezember 2025. Eine gute Zeit, um innezuhalten – nicht um abzuschließen, sondern um zu ordnen, zu reflektieren und dankbar zu sein.
Dieses Jahr war voll. Nicht laut oder chaotisch, sondern dicht gefüllt mit Entscheidungen, Bewegung und parallelen Systemen, die alle gleichzeitig laufen mussten. Beruflich, technisch, privat. Rückblickend wirkt es wie eine doppelte Jahreslänge – so viel hat sich verändert, so viel hat sich gefestigt.
Der schwache Start
Der Jahresbeginn fühlte sich zögerlich an. Die Unsicherheit nach der vorgezogenen Bundestagswahl im Februar – mit dem überraschenden Sieg der Union unter Friedrich Merz und der folgenden schwarz-roten Koalition – war spürbar.
Viele Unternehmen hielten Projekte zurück, warteten ab, wie sich die neue Regierung positionieren würde. Dazu kam die Amtseinführung Donald Trumps in den USA, die neue Zölle und Unsicherheiten im transatlantischen Handel mit sich brachte.
Es war eine Phase, die Geduld erforderte – und Vertrauen in die eigenen Kräfte. Umso größer die Demut, dass dennoch so viel ins Rollen kam. Projekte, die verschoben schienen, starteten doch; Kunden hielten die Treue, neue kamen hinzu.
Arbeit als Tragen und Denken
Ich habe viel gearbeitet. Nicht nur „viel getan“, sondern viel getragen: Verantwortung, Termine, Entscheidungen. Der durchschnittliche Tag lag oft bei zehn bis zwölf Stunden, ergänzt um rund fünfhundert Stunden im Auto.
Kilometer durch Deutschland, durch Chemieparks und Industrieareale – Orte, die im Hintergrund funktionieren und genau deshalb faszinieren. Diese Zeit auf der Straße war mehr als Transport. Sie war Denkraum.
Viele Ideen und Klarheiten entstanden nicht am Schreibtisch, sondern zwischen zwei Terminen, mit Blick auf vorbeiziehende Landschaften. Bewegung schafft Abstand – und damit Perspektive.
Stille Abschiede, neue Wege
Privat war 2025 ebenfalls von Anpassung geprägt. Wir haben ein Elektroauto angeschafft – nicht als großes Statement, sondern als praktische Entscheidung.
Gerade auf langen Strecken hat sich die Umstellung gelohnt: ruhiger, entspannter, effizienter. Die verbliebenen Verbrenner wirken plötzlich veraltet – nicht ideologisch, sondern ganz handfest. Manche Debatten erledigen sich durch Erfahrung.
Damit einher ging ein stiller Abschied vom alten Audi-Diesel. Nicht aus einem Grund allein, sondern weil sich Prioritäten verschoben haben: Kosten, Komplexität, Service. Dinge verändern sich schleichend.
Unsere geplante Motorradtour ans Nordkap fiel kurzfristig ins Wasser – gesundheitliche Vorsicht siegte über Abenteuerlust. Stattdessen wurde es eine Reise mit dem Auto. Rückblickend die bessere Wahl: mehr Raum für das Wesentliche.
Orte als Anker
Emotional war das Jahr intensiv. Wir haben geheiratet – ein Moment, der alles kurz stillstehen lässt und gleichzeitig neu ordnet.
Reisen markierten das Jahr wie Ankerpunkte: das Nordkap mit seiner rauen, klaren Weite, die Schweiz und Österreich mit ihren Bergen, Norditalien und Mallorca. Und immer wieder Lanzarote – eine bestimmte Villa dort, die wir regelmäßig mieten, fühlt sich inzwischen fast wie ein zweites Zuhause an, ein Ort der Erdung inmitten von Vulkanlandschaft und Meer.
Neue Freundschaften entstanden unterwegs – unkompliziert, tiefgehend. Nähe entsteht nicht nur durch Nähe.
Manche Reisen wurden zu Workations, nicht aus Zwang, sondern weil Verantwortung mitreist. Ich habe gelernt, das zu akzeptieren – es ist Teil meines Rhythmus.
Die Frage nach Wirkung
Technisch war 2025 ein starkes Jahr. Ich habe gebaut, verworfen, verfeinert: eigene Tools, Strukturen, kleine Systeme in Python und Web, die genau das leisten, was sie sollen. Nicht als Selbstzweck, sondern um Wirkung zu erzeugen.
Was mich immer mehr beschäftigt: Was kommt wirklich an? Was bleibt? Was verändert etwas nachhaltig – und was verpufft nur?
Dankbarkeit
Trotz aller Herausforderungen bleibt vor allem Dankbarkeit. Der Start war holprig, die Wirtschaft schwach, doch unsere Stammkunden hielten uns den Rücken frei, neue trauten sich trotz Zurückhaltung.
Am Ende wurde es das beste Jahr seit der Gründung – ein Geschenk, das verpflichtet. Dieser Blog entsteht aus genau diesem Gefühl: als Ort für Gedanken, Beobachtungen, Technik und Leben. Nicht perfekt, nicht regelmäßig, aber ehrlich und bewusst.
2025 war kein einfaches Jahr. Aber ein gutes. Eines, das Spuren hinterlässt – und wirkt.